Elma Ihbens Weg zur Kunst:
Von der Federzeichnung zur Gouachemalerei

Elma Ihben: Fnuggenburg, Hage, Federzeichnung/Aquarell, 37 x 50 cm

Wenn ich gefragt werde, warum ich zeichne und male, antworte ich: Das ist mein Leben. Wenn ich male, versinke ich in eine andere Welt, ich verkrieche mich in meinen Bildern. Sind Bilder ein Spiegel der Seele? Manche sind es sicherlich.

Elma Ihben

Schon mein Großvater zeichnete mit Begeisterung, und meine Schulhefte glichen schon in den ersten Klassen, mehr einem Bilderbuch denn einem Arbeitsheft. Es ist wie eine Sucht, es lässt mich nicht los. Jeder neue Tag bringt Interessantes! Seien es die Schatten auf Blättern, sich wiegende Bäume, Gesichter, stilles oder wildes Wasser, ein leuchtender Himmel und vieles, vieles mehr.

Meine Bilder entstehen in meinem Atelier, wo ich Fotos und Skizzen in Ruhe ausarbeiten kann. Bei unserem stetigen Wind arbeite ich ungern in der freien Natur. Mein bevorzugtes Arbeitswerkzeug ist der Tuschefüller. Mit ihm werden die Motive skizziert, das „Gerüst” gezeichnet! Die Aquarellfarbe wird später dazugegeben. Da zu viel Nass die Umrisse ruinieren würde, arbeite ich mit einem fast trockenen Pinsel. Fehler sind nicht zu korrigieren. Diese Technik verwende ich vorwiegend um alte, schon nicht mehr vorhandene Gebäude und Ansichten darzustellen. In langjährigen privaten Studien entwickelte ich meinen eigenen Stil.

Elma Ihben: Alte Schiffswerft in Norden/Ostfriesland,Federzeichnung/
 Aquarell, 24 x 25 cm

Elma Ihben: Ansgarikirche in Hage/Ostfriesland,Federzeichnung/
Aquarell, 19 x 24 cm

Elma Ihben: Auf dem Meer, Federzeichnung/Aquarell, 19 x 24 cm

Vor mehr als 30 Jahren legte ich eine Kartei für Fotos an. Jeder Ort hat seinen eigenen Ordner. Bei einer Ausstellung in einer dieser Städte, Orte oder Gegenden, kann ich immer auf eine Vielzahl von Fotos und Postkarten zurückgreifen. Besonders interessant ist das „Damals und Heute”, wie ich an der Reaktion der Ausstellungsbesucher immer wieder feststellen kann. Diese Art meiner Bilder mahnen Bebauungs- oder Abrisssünden an. Sie zeigen aber auch die Schönheit der ostfriesischen Landschaft.

Ungern erkläre ich meine Bilder, das Bild soll auf den Betrachter wirken. Gerade bei den Aquarellen lässt sich manches unterschiedlich interpretieren. Das Motiv ist für den Betrachter auf dem Bild benannt.

Elma Ihben: Landschaft mit Baum, Öl, 50 x 70 cm

Das reine Aquarell bietet dem Künstler einen besonderen Spielraum. Die Feuchtigkeit des Papiers ergibt immer wieder Überraschungen beim Aufbringen der Farbe. So möchte ich manchmal einen sonnigen Himmel malen und bin dann begeistert, wie lebhaft der Himmel plötzlich ist, mal stürmisch oder mal bedrohlich. Das Experimentieren macht einfach Freude.

Die Rötelkreide verwende ich überwiegend für Porträts. Gerade bei Kindergesichtern lässt sich die Weichheit der Züge gut herausarbeiten. Bei den Gesichtern alter Menschen ist es oft wie eine Entdeckungsreise. Die Gesichtszüge, der Ausdruck sprechen zum Betrachter und lassen das Leben, das Erlebte, die Einstellung der dargestellten Personen erkennen.

Vor Jahren hatte ich ein Ölbild ausgestellt – ein gähnendes Kind. Fast jeder Betrachter fing nach kurzer Zeit an zu gähnen, es war wohl zu ansteckend. Etliche Landschaftsbilder sind auch in Öl entstanden. Mittlerweile arbeite ich allerdings nur noch bei Auftragsbildern in Öl.

Elma Ihben: Lilien, Gouache, 40 x 35 cm

Elma Ihben: Litchitomate, Gouache, 32 x 22 cm

Das Angebot der verschiedenen Techniken ist groß und so entdeckte ich vor einigen Jahren die Gouachemalerei für mich. Man kann fantastische Bilder erarbeiten, die voller Klarheit, Leuchtkraft und Präzision sind. Man muss sehr sorgfältig arbeiten und es kommt auf jedes Detail an. An den Blumenbildern arbeite ich viele Tage.

Ganz zufrieden bin ich allerdings selten, aber das ist wahrscheinlich gut so, denn Selbstzufriedenheit würde Stillstand bedeuten.

Elma Ihben

geb. 1950 in Norden, Ostfriesland, seit 1970 freischaffende Künstlerin in Hage, Ostfriesland, seit 1975 zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen.Kontakt: elma.ihben@vr-web.de

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